Papier

Gestrichenes vs. ungestrichenes Papier

Bilderdruck oder Naturpapier? Der Unterschied liegt in der Oberfläche — und wirkt sich auf Farbbrillanz, Haptik und Beschreibbarkeit aus.

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Neben der Grammatur ist die Oberfläche die wichtigste Eigenschaft eines Druckpapiers. Grundsätzlich unterscheidet man gestrichene Papiere mit einer zusätzlichen Beschichtung und ungestrichene Papiere, deren Faseroberfläche offen bleibt.

Gestrichenes Papier

Beim Streichen wird eine dünne Schicht aus Pigmenten und Bindemitteln aufgetragen. Die Oberfläche wird dadurch glatt und geschlossen, die Druckfarbe bleibt oben liegen statt in die Fasern einzusinken. Das Ergebnis: kräftige Farben, hoher Kontrast und scharfe Details. Gestrichene Papiere gibt es in glänzend, seidenmatt und matt; im Handel heißen sie oft Bilderdruck- oder Kunstdruckpapier.

Ungestrichenes Papier

Ungestrichene Papiere — auch Naturpapier oder Offsetpapier genannt — nehmen die Farbe stärker auf. Farben wirken dadurch etwas gedämpfter und Rasterpunkte laufen leicht breiter. Dafür fühlen sich diese Papiere natürlicher an, spiegeln nicht und lassen sich mit Kugelschreiber, Füller oder Bleistift gut beschreiben. Recyclingpapiere sind überwiegend ungestrichen.

Eigenschaftgestrichenungestrichen
Farbwirkungbrillant, kontrastreichnatürlich, gedämpfter
Bildschärfesehr hochgut, etwas weicher
Haptikglattgriffig, natürlich
Beschreibbarkeiteingeschränktsehr gut
Dicke bei gleicher Grammaturdünnerdicker (höheres Volumen)
Typisch fürBildbroschüren, Kataloge, FotoflyerBriefpapier, Blöcke, Romane, Formulare

Auswirkungen auf die Druckdaten

Weil sich Farbe auf beiden Papiersorten unterschiedlich verhält, gibt es für sie getrennte Farbprofile. In Europa sind für den Offsetdruck etwa „PSO Coated v3“ (FOGRA51) für gestrichene und „PSO Uncoated v3“ (FOGRA52) für ungestrichene Papiere verbreitet. Welches Profil gilt, teilt die Druckerei mit — wer für das falsche Papier separiert, erhält zu dunkle oder zu flaue Ergebnisse.

Welche Wahl für welches Produkt?

  • Fotolastige Produkte (Kataloge, Imagebroschüren, Poster): gestrichen, glänzend oder seidenmatt.
  • Textlastige Produkte (Bücher, Abschlussarbeiten): ungestrichen — angenehmer zu lesen, blendet nicht.
  • Alles zum Beschreiben (Blöcke, Briefpapier, Antwortkarten): ungestrichen.
  • Visitenkarten: beides möglich — gestrichen für Farbe und Veredelung, Naturpapier für einen zurückhaltend-edlen Eindruck.