Farbe

Farbprofile: CMYK vs. RGB

Warum Bilder vom Bildschirm im Druck oft anders aussehen — und wie Sie Farben so vorbereiten, dass das Ergebnis vorhersehbar wird.

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Wer Druckdaten zum ersten Mal selbst aufbereitet, stellt oft fest: Was am Bildschirm leuchtet, wirkt im Druck matter, und manche Farbtöne verschieben sich. Ein wesentlicher Grund ist der unterschiedliche Farbraum von Bildschirm und Druck.

RGB ist additiv, CMYK ist subtraktiv

Bildschirme arbeiten additiv: Rotes, grünes und blaues Licht wird gemischt; je mehr Licht, desto heller. Im Druck ist es umgekehrt: Die vier Prozessfarben Cyan, Magenta, Gelb (Yellow) und Schwarz (Key) liegen auf dem Papier und schlucken einen Teil des Lichts, das das Papier reflektiert. Mehr Farbe heißt dunkler.

Das hat eine wichtige Folge: Übliche RGB-Farbräume enthalten viele Farben, die sich mit CMYK auf Papier nicht erreichen lassen. Besonders leuchtende Türkis-, Grün-, Orange- und Violetttöne fallen im Druck häufig stumpfer aus.

Vor dem Druck konvertieren

Wer RGB-Bilder zur Druckerei schickt, überlässt die Umwandlung nach CMYK einer automatischen Konvertierung — das Ergebnis weicht dann womöglich stärker von der Bildschirmansicht ab als erwartet. Viele Druckereien empfehlen daher, Bilder vorab selbst mit dem von ihnen genannten ICC-Profil nach CMYK umzuwandeln, zum Beispiel für gestrichene Papiere mit „PSO Coated v3“ und für ungestrichene mit „PSO Uncoated v3“. Manche Druckereien arbeiten auch mit RGB-Daten und konvertieren selbst. Maßgeblich ist die Vorgabe der Druckerei.

ICC-Profile

Ein ICC-Profil beschreibt, wie Farben auf einem bestimmten Gerät oder unter bestimmten Druckbedingungen wiedergegeben werden. In Europa sind für den Offsetdruck etwa „PSO Coated v3“ (FOGRA51) für gestrichene und „PSO Uncoated v3“ (FOGRA52) für ungestrichene Papiere verbreitet; daneben ist das ältere „ISO Coated v2“ (FOGRA39) weiterhin im Einsatz. Welches Profil gilt, teilt die Druckerei mit. Wer mit dem passenden Profil arbeitet, erhält deutlich vorhersehbarere Farben.

Sonderfarben (Pantone, HKS)

Wenn eine Hausfarbe über viele Drucksachen hinweg genau gleich aussehen soll oder außerhalb des CMYK-Farbraums liegt, reicht Vierfarbdruck oft nicht aus. Dann kommt eine Sonderfarbe aus einem System wie Pantone oder HKS infrage. Sie wird vorab exakt angemischt und im Offsetdruck mit eigener Druckplatte und eigenem Farbwerk gedruckt. Das erhöht die Kosten, sorgt aber für eine sehr gleichmäßige Wiedergabe. Mehr dazu im Beitrag zu Sonderfarben.

Schwarz richtig anlegen

  • Schwarzer Fließtext gehört in 100 % Schwarz (K), nicht aus allen vier Farben gemischt — sonst drohen unscharfe Kanten durch Passerungenauigkeit.
  • Große Flächen aus reinem K wirken im Druck oft nicht ganz satt. Sie dürfen deshalb mit etwas Cyan, Magenta und Gelb unterlegt werden („Tiefschwarz“); die genaue Mischung gibt die Druckerei vor.
  • Der Gesamtfarbauftrag (Summe aller vier Farben) ist begrenzt, je nach Papier meist auf etwa 300 % oder darunter. Zu viel Farbe trocknet schlechter und kann abliegen. Die passende Grenze steckt im empfohlenen Farbprofil.
Sollte ich Bilder selbst konvertieren oder die Druckerei machen lassen?
Das hängt von der Vorgabe der Druckerei ab. Wer selbst konvertiert, kann das Ergebnis vorab am Bildschirm simulieren (Softproof) und bei Bedarf Sättigung oder Kontrast nachsteuern. Verbindlich ist ein Bildschirm-Softproof allerdings nur mit kalibriertem Monitor; für farbkritische Aufträge ist ein Proof sicherer.
Was ist PDF/X-4?
PDF/X ist eine ISO-normierte PDF-Variante für den Datenaustausch in der Druckvorstufe. Sie verlangt unter anderem eingebettete Schriften und eine definierte Ausgabebedingung. PDF/X-4 erlaubt zusätzlich Transparenzen und Ebenen, ohne sie zu reduzieren. Welche Variante gewünscht ist, steht im Datenblatt der Druckerei.
Was tun, wenn eine leuchtende RGB-Farbe in CMYK nicht darstellbar ist?
Zunächst: Ein gewisser Verlust an Leuchtkraft lässt sich im Vierfarbdruck nicht vermeiden. Für flächige Farben wie Logos kann eine Sonderfarbe helfen, etwa eine Leucht- oder Metallicfarbe, sofern Verfahren und Druckerei das anbieten. Bei Fotos ist es sinnvoll, die Umwandlung mit einem geeigneten Rendering Intent (z. B. „perzeptiv“) vorzunehmen oder die Sättigung vorab maßvoll zu reduzieren, damit feine Abstufungen in stark gesättigten Bereichen erhalten bleiben.