Glossar

Raster.

Auch: Rasterung, Rasterpunkt, Rasterpunkte

Die Zerlegung von Halbtönen – also Bildern mit stufenlosen Übergängen – in einzelne Punkte, weil die meisten Druckverfahren nur „Farbe“ oder „keine Farbe“ drucken können. Aus normalem Betrachtungsabstand verschmelzen die Punkte für das Auge zu Tonwerten.


01

Erklärung

Eine Druckfarbe kann nicht heller oder dunkler aufgetragen werden – ein Graustufenbild oder ein Farbverlauf muss daher in druckende und nicht druckende Bereiche übersetzt werden. Das übernimmt die Rasterung in der Druckvorstufe. Je größer der Anteil der bedruckten Fläche, desto dunkler erscheint der Ton; der Anteil wird als Flächendeckung in Prozent angegeben.

AM- und FM-Raster

  • Amplitudenmoduliertes Raster (AM, klassisches Raster): Die Punkte sitzen in einem festen Gitter; die Helligkeit wird über die Punktgröße gesteuert. Kennzeichen sind Rasterweite und Rasterwinkel.
  • Frequenzmoduliertes Raster (FM, auch stochastisches Raster): Sehr kleine Punkte gleicher Größe werden unterschiedlich dicht verteilt. Es zeigt feine Details gut und ist weitgehend frei von Moiré, stellt aber höhere Anforderungen an die Produktion.
  • Hybride Raster kombinieren Eigenschaften beider Verfahren.

Beim Druck werden Rasterpunkte etwas größer, als sie angelegt sind – dieser Effekt heißt Tonwertzunahme und wird in der Druckvorstufe über Farbprofile berücksichtigt.


02

Siehe auch

Autotypie
Die Autotypie ist das Verfahren, Halbtonbilder wie Fotos durch ein Raster aus unterschiedlich großen Punkten druckbar zu machen. Sie wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt und ist bis heute die Grundlage der klassischen Rasterung.
Halbton
Bild mit stufenlosen Übergängen von Hell nach Dunkel, etwa ein Foto. Da Druckverfahren wie der Offsetdruck nur „Farbe oder keine Farbe“ drucken können, müssen Halbtonbilder vor dem Druck in Rasterpunkte zerlegt werden.
Rasterweite
Maß für die Feinheit eines amplitudenmodulierten Rasters, angegeben in Linien pro Zentimeter (L/cm) oder im englischsprachigen Raum in Linien pro Zoll (lpi). Je höher die Rasterweite, desto feiner die Details; welche Rasterweite möglich ist, hängt vor allem von Papier und Druckverfahren ab – auf Naturpapier und im Zeitungsdruck wird gröber gerastert als auf gestrichenem Bilderdruckpapier.
Moiré
Unerwünschtes Störmuster, das entsteht, wenn sich zwei oder mehr regelmäßige Raster oder Linienstrukturen überlagern. Im Druck tritt es etwa bei ungünstigen Rasterwinkeln, beim Scannen bereits gedruckter Vorlagen oder bei feinen Stoffmustern in Fotos auf.
Tonwertzuwachs
Tonwertzuwachs bezeichnet die Erscheinung, dass Rasterpunkte im Druck größer und dunkler ausfallen als in den Druckdaten angelegt. Ohne Ausgleich wirken Bilder dadurch dunkler und kontrastärmer.
Bildauflösung
Die Bildauflösung gibt an, wie viele Bildpunkte (Pixel) eines digitalen Bildes auf eine Längeneinheit kommen, meist in ppi (Pixel pro Zoll). Für den Druck zählt die effektive Auflösung in der tatsächlichen Ausgabegröße.
Prozessfarbe
Eine der vier Grundfarben des Vierfarbdrucks: Cyan, Magenta, Gelb (Yellow) und Schwarz (Key). Durch Rasterung und Übereinanderdrucken dieser lasierenden Farben entsteht der Eindruck vieler Farbtöne; Farben außerhalb dieses Spektrums erfordern eine Sonderfarbe.
FM-Raster
Beim FM-Raster (frequenzmoduliert) werden Tonwerte nicht über die Größe der Rasterpunkte, sondern über die Anzahl sehr kleiner, gleich großer Punkte dargestellt, die scheinbar zufällig verteilt sind. Es gibt kein festes Gitter und damit keine Rasterwinkel und kein Rastermoiré zwischen den Farben.

03

Im Ratgeber


Stand: