Planung

Broschüre planen: Umfang, Papier, Bindung und Ablauf

Von der Seitenzahl über Umschlag und Satzspiegel bis zur Freigabe: So planen Sie eine Broschüre, die sich ohne Überraschungen drucken lässt.

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Eine Broschüre ist schnell beauftragt, aber nicht schnell gemacht. Viele Entscheidungen hängen voneinander ab: Die Seitenzahl bestimmt die mögliche Bindung, die Bindung beeinflusst die Ränder, das Papier verändert die Dicke. Wer diese Punkte früh klärt, spart später Umbau und Korrekturschleifen.

Umfang und Seitenzahl

Der Umfang einer Broschüre wird in Seiten gezählt, nicht in Blättern — ein Blatt hat zwei Seiten. Bei der Rückstichheftung besteht die Broschüre aus ineinandergelegten, in der Mitte gefalzten Bögen; jeder Bogen ergibt vier Seiten. Die Gesamtseitenzahl muss deshalb durch 4 teilbar sein: 8, 12, 16, 20 und so weiter. Bei der Klebebindung werden einzelne Blätter bzw. Lagen am Rücken verklebt; hier genügt meist eine gerade Seitenzahl, einige Druckereien verlangen aber auch hier bestimmte Schritte.

Umschlag und Inhalt

Der Umschlag umfasst die vier Seiten U1 (Titel), U2 (Innenseite vorne), U3 (Innenseite hinten) und U4 (Rückseite). Ob diese Seiten zum Gesamtumfang gezählt werden, handhaben Druckereien unterschiedlich: Manche schreiben „16 Seiten“ und meinen einschließlich Umschlag, andere geben „16 + 4 Seiten“ an. Prüfen Sie das im Angebot, bevor Sie das Layout anlegen.

Umschlag und Inhalt können auf demselben Papier gedruckt werden (selbstumschlagend) oder auf unterschiedlichen. Ein festerer Umschlag macht die Broschüre stabiler und hochwertiger; bei Klebebindung ist er ohnehin üblich, weil er den Rücken bildet. Bei klebegebundenen Broschüren muss die Rückenbreite im Umschlaglayout berücksichtigt werden. Sie ergibt sich aus Seitenzahl und Papierstärke; die genaue Angabe liefert die Druckerei.

Papier wählen

  • Inhalt: Für Innenseiten sind mittlere Grammaturen verbreitet. Zu dünnes Papier scheint durch, zu dickes lässt sich schwerer blättern und macht die Broschüre schwer.
  • Umschlag: Etwas bis deutlich schwerer als der Inhalt, oft mit Veredelung wie Lack oder Folienkaschierung zum Schutz.
  • Oberfläche: Gestrichenes Papier für bildstarke Broschüren, ungestrichenes für textlastige Inhalte oder wenn Leser Notizen machen sollen.
  • Falzbruch: Bei schwereren Papieren sollte gerillt werden, damit die Farbe am Falz nicht bricht.

Übliche Grammaturen und ihre Wirkung erklärt der Beitrag zu Papiergrammaturen, den Unterschied der Oberflächen der Beitrag zu gestrichenem und ungestrichenem Papier.

Bindung

Für Broschüren kommen vor allem die Rückstichheftung und die Klebebindung infrage, für Anleitungen und Kalender auch Wire-O. Rückstichheftung ist günstig und schnell, stößt aber bei hohen Seitenzahlen an Grenzen. Klebebindung wirkt buchähnlich und erlaubt einen bedruckbaren Rücken. Welche Bindung zu welchem Umfang passt, zeigt der Überblick über die Bindungsarten.

Satzspiegel und Ränder

Der Satzspiegel ist die Fläche, in der Text und Bilder stehen; die Ränder drumherum heißen Stege: Bundsteg (innen), Kopfsteg (oben), Außensteg und Fußsteg (unten). In der klassischen Buchgestaltung wird die Doppelseite als Einheit betrachtet — die inneren Ränder sind daher schmaler, der Fußsteg am größten. Für Broschüren gilt zusätzlich:

  • Klebebindung: Etwas Papier verschwindet im Rücken, und die Broschüre lässt sich nicht ganz flach aufschlagen. Der Bundsteg sollte deshalb großzügiger sein.
  • Rückstichheftung: Bei dickeren Heften stehen die inneren Bögen an der Vorderkante etwas über und werden beim Beschnitt stärker gekürzt (Verdrängung). Elemente nahe dem Außenrand brauchen deshalb ausreichend Abstand.
  • Randabfallende Motive: Anschnitt anlegen und wichtige Inhalte mit Sicherheitsabstand vom Rand halten.
  • Doppelseitige Motive: Bei Klebebindung möglichst vermeiden oder so gestalten, dass nichts Wichtiges im Bund liegt.

Ablauf und Korrekturschleifen

  1. Eckdaten festlegen: Format, ungefährer Umfang, Auflage, Bindung, Termin.
  2. Angebot einholen und technische Vorgaben der Druckerei klären (Seitenzählung, Anschnitt, Rückenbreite, Dateiformat).
  3. Texte und Bilder sammeln; Bildrechte klären.
  4. Layout anlegen, Umfang an Vierer- bzw. Zweierschritte anpassen.
  5. Korrekturlauf: Inhalt, Rechtschreibung, Zahlen, Seitenverweise, Inhaltsverzeichnis. Am besten liest eine zweite Person gegen.
  6. Zweiter Korrekturlauf nur auf die Änderungen und auf Umbrüche, die sich dadurch verschoben haben.
  7. Druckdaten als PDF exportieren und die Einzelseiten in richtiger Reihenfolge prüfen.
  8. Bei farbkritischen Aufträgen einen Proof anfordern, dann freigeben.

Legen Sie vorab fest, wer Korrekturen sammelt und wer freigibt. Mehrere parallele Korrekturfassungen von verschiedenen Personen sind eine häufige Ursache für Fehler, die es am Ende doch in den Druck schaffen.

Wie liefere ich die Seiten an — als Einzelseiten oder Doppelseiten?
Die meisten Druckereien möchten Einzelseiten in Lesereihenfolge in einer PDF-Datei, das Ausschießen auf Druckbögen übernimmt die Druckerei. Maßgeblich ist aber deren Vorgabe; der Umschlag wird bei Klebebindung oft separat mit Rücken angelegt.
Was passiert, wenn meine Seitenzahl nicht durch 4 teilbar ist?
Bei Rückstichheftung fragt die Druckerei in der Regel nach oder ergänzt Leerseiten, meist am Ende. Planen Sie die zusätzlichen Seiten besser selbst, damit Sie bestimmen, wo sie stehen.