Broschüren
Mehrseitige Drucksachen mit Rückstichheftung, Klebebindung, Spiralbindung oder Fadenheftung — für Kataloge, Programme und Image-Material.
Mehr →Was zwischen Ihrem PDF-Upload und dem Druck passiert: Preflight, Farbmanagement, Ausschießen, Überfüllung, RIP und Plattenbelichtung — einfach erklärt.
Zwischen dem Hochladen einer Druckdatei und dem Moment, in dem die Druckmaschine anläuft, liegt eine Reihe von Arbeitsschritten, die unter dem Begriff Druckvorstufe zusammengefasst werden. Früher war das ein eigenes Handwerk mit Reprokamera, Filmen und Montagetischen. Heute läuft fast alles digital in einem sogenannten Workflow-System. Wer grob weiß, was dort passiert, versteht besser, warum Druckereien bestimmte Anforderungen an Daten stellen.
Am Anfang steht der Preflight, eine meist automatisierte Prüfung der angelieferten PDF-Datei. Die Software kontrolliert unter anderem Endformat und Anschnitt, eingebettete Schriften, Bildauflösung, Farbräume, Sonderfarben und den Gesamtfarbauftrag. Je nach Druckerei werden kleinere Probleme automatisch korrigiert, bei größeren erhalten Sie eine Rückmeldung. Wie Sie Ihre Daten so anlegen, dass der Preflight ohne Beanstandung durchläuft, beschreibt der Artikel „Druckdaten richtig anlegen“.
Anschließend werden die Farben auf die tatsächliche Druckbedingung abgestimmt. RGB-Bilder werden, falls noch vorhanden, in CMYK umgerechnet; CMYK-Daten, die für ein anderes Profil angelegt wurden, werden gegebenenfalls angepasst. Grundlage sind ICC-Profile, die beschreiben, wie Farbe auf einem bestimmten Papier in einem bestimmten Verfahren wiedergegeben wird. Liefern Sie Ihre Daten bereits im von der Druckerei genannten Profil, sind hier keine Umrechnungen mehr nötig — und das Ergebnis ist besser vorhersehbar.
Gedruckt wird nicht Seite für Seite, sondern auf großen Druckbögen. Beim Ausschießen werden die einzelnen Seiten so auf dem Bogen angeordnet, dass sie nach dem Falzen und Schneiden in der richtigen Reihenfolge und Ausrichtung liegen. Bei einem 16-seitigen Bogen für eine Broschüre steht also etwa Seite 1 neben Seite 16, manche Seiten stehen auf dem Kopf. Zusätzlich werden Schneidmarken, Falzmarken, Passerkreuze und Farbkontrollstreifen ergänzt. Bei Flyern und Visitenkarten werden oft mehrere Aufträge gemeinsam auf einem Bogen platziert, was den Druck kleiner Auflagen günstiger macht.
Die Farben eines Bogens werden nacheinander gedruckt. Dabei kann es zu minimalen Verschiebungen kommen, sogenannten Passerdifferenzen. Grenzen zwei Farbflächen direkt aneinander, würde dann ein feiner weißer Spalt sichtbar. Die Überfüllung (englisch Trapping) verhindert das: Die hellere Farbe wird geringfügig unter oder über die dunklere Fläche erweitert, sodass kleine Verschiebungen nicht auffallen. Dieser Schritt erfolgt in der Regel automatisch in der Vorstufe. Kunden sollten in ihren Daten keine eigene Überfüllung anlegen, sofern die Druckerei das nicht verlangt.
Der Raster Image Processor, kurz RIP, übersetzt die Seitenbeschreibung aus dem PDF in das, was ein Ausgabegerät tatsächlich darstellen kann: für jede Druckfarbe ein hochaufgelöstes Bild aus Punkten. Dabei werden Schriften und Vektorgrafiken in die Ausgabeauflösung umgerechnet, Transparenzen verrechnet und die Bilder gerastert — mit festgelegter Rasterweite, Rasterart und Rasterwinkel. Details dazu finden Sie im Artikel über Rasterung und Auflösung. Bevor belichtet wird, erzeugen viele Workflows eine Vorschau der gerasterten Daten, die in der Vorstufe noch einmal kontrolliert wird.
Im Offsetdruck braucht jede Druckfarbe eine eigene Druckplatte, beim Vierfarbdruck also vier Platten pro Bogenseite. Früher wurden die Daten zuerst auf Film belichtet (Computer-to-Film), der Film anschließend auf die Platte kopiert. Beim heute üblichen Computer-to-Plate (CtP) belichtet ein Laser die Druckplatte direkt aus den RIP-Daten. Der Zwischenschritt über den Film entfällt.
Die Platten bestehen meist aus Aluminium mit einer lichtempfindlichen Beschichtung. Verbreitet sind thermische Systeme, die mit Infrarotlasern arbeiten, und Systeme mit violettem Laserlicht. Nach der Belichtung werden die Platten je nach Typ entwickelt oder direkt verwendet — es gibt auch prozessfreie Platten, die ohne chemische Entwicklung auskommen. Danach werden sie in die Druckmaschine eingespannt.
Im Digitaldruck entfällt die Druckplatte: Die gerasterten Daten gehen direkt an die Maschine, die jedes Blatt neu bebildert. Deshalb sind dort auch sehr kleine Auflagen und personalisierte Drucke wirtschaftlich.
Die Kehrseite: Weil die Abläufe stark automatisiert sind, kommt es umso mehr auf saubere Ausgangsdaten an. Ein korrekt angelegtes PDF/X mit Anschnitt, eingebetteten Schriften und passendem Farbprofil ist die beste Voraussetzung dafür, dass Ihr Auftrag ohne Rückfragen durch die Vorstufe läuft. Wer die Farbwiedergabe vorab verbindlich prüfen möchte, kann einen Proof bestellen.