Textildruck
T-Shirts, Polos, Pullover und Arbeitskleidung — bedruckt mit Logo, Motiv oder Slogan, für Teams, Events und Merchandise.
Mehr →Siebdruck bedruckt fast jedes Material — von T-Shirts über Plakate bis zu Glas und Leiterplatten. So funktioniert das Verfahren und wann es sich lohnt.
Siebdruck ist das wichtigste Durchdruckverfahren: Die Farbe wird durch ein feines Gewebe gedrückt, das nur an den druckenden Stellen offen ist. Das Prinzip ist einfach, die Einsatzmöglichkeiten sind enorm. Kaum ein anderes Verfahren bedruckt so viele unterschiedliche Materialien und trägt dabei so viel Farbe auf.
Die Druckform ist ein Rahmen aus Aluminium oder Holz, über den ein feinmaschiges Gewebe gespannt ist — heute meist aus Polyester, früher aus Seide (daher der englische Begriff „silk screen“). An den Stellen, die nicht drucken sollen, sind die Maschen verschlossen. Das Sieb liegt auf dem Bedruckstoff oder knapp darüber, Farbe wird aufgetragen, und eine Rakel aus Gummi oder Kunststoff zieht sie über das Sieb. Dabei wird die Farbe durch die offenen Maschen auf das Material gepresst.
Für jede Farbe wird ein eigenes Sieb benötigt. Mehrfarbige Motive entstehen, indem die Farben nacheinander und passgenau übereinander gedruckt werden. Im künstlerischen Bereich spricht man auch von Serigrafie; bekannt wurde das Verfahren in der Kunst unter anderem durch die Pop-Art der 1960er-Jahre.
Heute wird die Schablone fast immer fotografisch hergestellt:
Wie fein ein Sieb ist, gibt die Maschenzahl an, üblicherweise in Fäden pro Zentimeter. Grobe Gewebe lassen viel Farbe durch und eignen sich für kräftige Flächen, etwa auf Textil. Feine Gewebe erlauben feinere Details und dünnere Farbschichten, zum Beispiel für Papier oder technische Anwendungen.
Weil die Farbe durch ein Gewebe gedrückt wird, können auch dickflüssige und pigmentreiche Farben verarbeitet werden. Das ist die große Stärke des Verfahrens. Üblich sind unter anderem:
Volltonfarben werden in der Regel für den Auftrag angemischt, zum Beispiel nach Pantone- oder HKS-Vorgabe. Auch deckendes Weiß auf dunklem Untergrund ist problemlos möglich — für viele andere Verfahren eine Schwierigkeit.
| Bereich | Beispiele |
|---|---|
| Textil | T-Shirts, Hoodies, Stoffbeutel, Arbeitskleidung, Vereinsbekleidung |
| Plakate und Kunstdrucke | Konzertposter, limitierte Kunstdrucke, Plakate mit Leuchtfarben |
| Schilder und Werbetechnik | Schilder aus Kunststoff oder Metall, Aufkleber, Bedienfelder |
| Glas und Keramik | Trinkgläser, Flaschen, Fliesen, Glasscheiben |
| Elektronik und Technik | Lötstopplack und Bestückungsdruck auf Leiterplatten, leitfähige Pasten, Kontakte auf Solarzellen |
Für Textilien ist Siebdruck das Standardverfahren bei mittleren und großen Stückzahlen. Wie es sich im Vergleich zu DTG, DTF, Flex oder Stick schlägt, lesen Sie in unserem Beitrag zu den Textildruck-Verfahren. Neben dem Flachbettsiebdruck gibt es den Rotationssiebdruck mit zylindrischen Sieben, der zum Beispiel für Stoffbahnen und Etiketten genutzt wird.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Druckt auf fast jedem Material, auch auf gewölbten Flächen | Pro Farbe ein eigenes Sieb — Einrichtungskosten steigen mit der Farbanzahl |
| Dicker, deckender Farbauftrag mit kräftiger Leuchtkraft | Feine Raster und fotorealistische Verläufe nur eingeschränkt möglich |
| Sehr haltbar: licht-, wasch- und witterungsbeständig je nach Farbe | Für Einzelstücke und Kleinstmengen unwirtschaftlich |
| Sonder- und Effektfarben, deckendes Weiß | Trocknung bzw. Aushärtung verlängert die Produktion |
Ideal sind Vektordaten, in denen jede Druckfarbe als eigene Volltonfarbe angelegt ist. Sehr feine Linien und kleine Schriften können im Sieb zulaufen oder ausbrechen — welche Mindeststärken gelten, hängt von Gewebe, Farbe und Material ab und ist bei der Druckerei zu erfragen. Farbverläufe und Fotos müssen gerastert werden und wirken im Siebdruck gröber als im Offset- oder Digitaldruck.