Glossar

Rakel.

Auch: Rakelmesser, Kammerrakel

Ein Werkzeug mit einer Kante aus Gummi, Kunststoff oder Metall, das Druckfarbe verteilt oder abstreift. Im Siebdruck drückt die Rakel die Farbe durch das Sieb, im Tief- und Flexodruck streift sie überschüssige Farbe von der Walze oder dem Zylinder.


01

Erklärung

Im Siebdruck ist die Rakel das zentrale Werkzeug: Eine elastische Leiste aus Gummi oder Polyurethan wird unter Druck über das Sieb gezogen und presst die Farbe durch die offenen Maschen auf das Material. Härte, Winkel, Anpressdruck und Geschwindigkeit der Rakel beeinflussen, wie viel Farbe aufgetragen wird und wie scharf die Kanten werden. Die Härte der Rakelgummis wird in Shore angegeben.

Im Tiefdruck liegt die Druckform als Zylinder mit vertieften Näpfchen vor. Nach dem Einfärben streift ein dünnes Rakelmesser aus Stahl die Farbe von der Oberfläche ab, sodass nur die Farbe in den Vertiefungen bleibt und auf das Papier übertragen wird.

Im Flexodruck wird häufig eine Kammerrakel eingesetzt: ein geschlossenes System, das die Rasterwalze (Aniloxwalze) mit Farbe füllt und den Überschuss sauber abstreift.


02

Siehe auch

Siebdruck
Beim Siebdruck wird Farbe mit einer Rakel durch ein feinmaschiges Gewebe gedrückt, das an den nicht druckenden Stellen durch eine Schablone verschlossen ist. Das Verfahren eignet sich für viele Materialien und erzeugt einen kräftigen Farbauftrag.
Tiefdruck
Beim Tiefdruck liegen die druckenden Stellen vertieft in der Druckform. Die Farbe wird in diese Vertiefungen gefüllt, die Oberfläche abgerakelt und die Farbe unter Druck auf den Bedruckstoff übertragen.
Flexodruck
Hochdruckverfahren mit flexiblen Druckplatten aus Fotopolymer oder Gummi und dünnflüssigen, schnell trocknenden Farben. Es wird vor allem für Verpackungen, Etiketten, Folien und Wellpappe eingesetzt.
Mesh
Die Feinheit des Gewebes eines Siebdrucksiebs, in Europa meist als Anzahl der Fäden pro Zentimeter angegeben, im englischsprachigen Raum pro Zoll. Gröbere Gewebe lassen mehr Farbe durch und eignen sich etwa für deckende Farben auf Textilien, feinere Gewebe für Details und dünnere Farbschichten.



Stand: