Bücher
Hardcover- und Softcover-Bücher — von der Selbstpublikation bis zum Bildband in Kleinauflage.
Mehr →Der Weg vom Manuskript zum gedruckten Buch im Self-Publishing: Buchsatz, Umschlag mit Rückenbreite, ISBN, Pflichtexemplare und die Wahl zwischen Auflagendruck und Print-on-Demand.
Ob Roman, Familienchronik, Sachbuch oder Gedichtband: Ein Buch selbst herauszugeben ist heute ohne Verlag möglich. Wer selbst verlegt, übernimmt aber auch die Aufgaben, die sonst ein Verlag erledigt — vom Lektorat über den Satz bis zur Frage, wie das Buch in den Handel kommt. Dieser Beitrag konzentriert sich auf die drucktechnischen und formalen Schritte.
Korrekturen sind vor dem Satz am einfachsten. Lassen Sie den Text von mindestens einer weiteren Person lesen, idealerweise von einem professionellen Lektorat oder Korrektorat. Jede Änderung nach dem Umbruch kann Seiten verschieben und damit Inhaltsverzeichnis, Register und im Extremfall die Rückenbreite verändern.
Ein Buch liest sich angenehm, wenn der Satz ruhig und einheitlich ist. Textverarbeitungen sind dafür nur bedingt gemacht; für anspruchsvollere Bücher werden Layoutprogramme oder spezialisierte Satzsysteme verwendet. Grundlegende Regeln erläutert der Beitrag „Typografie-Grundlagen für Drucksachen“.
Der Umschlag wird als eine zusammenhängende Datei angelegt: Rückseite, Buchrücken und Vorderseite nebeneinander, bei Hardcover zusätzlich mit Einschlag. Die Breite des Rückens ergibt sich aus Seitenzahl und Papierstärke. Da Papiere gleicher Grammatur unterschiedlich dick sein können, sollte die Rückenbreite immer von der Druckerei berechnet werden, und zwar erst, wenn Seitenzahl und Papier feststehen.
Die ISBN (Internationale Standardbuchnummer) identifiziert eine bestimmte Ausgabe eines Buches. Sie ist keine gesetzliche Pflicht, aber praktisch Voraussetzung, wenn das Buch über den Buchhandel bestellbar sein soll. Jede Ausgabe braucht eine eigene Nummer — Taschenbuch, Hardcover und E-Book also jeweils eine. Auf dem Umschlag wird die ISBN als EAN-Strichcode abgebildet.
In Deutschland vergibt die nationale ISBN-Agentur die Nummern, in Österreich und der Schweiz gibt es jeweils eigene Stellen. Viele Self-Publishing-Dienstleister bieten zusätzlich eine eigene ISBN an; dann erscheinen sie in der Regel als Verlag im Titeldatensatz. Prüfen Sie, welche Variante für Ihr Vorhaben passt.
In vielen Ländern müssen veröffentlichte Werke an die Nationalbibliothek abgeliefert werden, damit sie dauerhaft gesammelt und archiviert werden. In Deutschland ist das die Deutsche Nationalbibliothek; je nach Bundesland kann zusätzlich eine Abgabe an eine regionale Bibliothek vorgeschrieben sein. Österreich und die Schweiz haben eigene Regelungen. Informieren Sie sich auf der Website der zuständigen Nationalbibliothek über Anzahl, Fristen und Ausnahmen, und planen Sie die Exemplare in der Auflage ein.
| Auflagendruck | Print-on-Demand | |
|---|---|---|
| Prinzip | feste Menge auf einmal | Druck je Bestellung |
| Stückkosten | sinken mit der Auflage | gleichbleibend, meist höher |
| Lager und Versand | selbst organisieren | übernimmt meist der Dienstleister |
| Ausstattung | große Auswahl an Papier, Bindung, Veredelung | eingeschränkt auf Standardoptionen |
| Risiko | Restbestand möglich | kein Restbestand |
Print-on-Demand eignet sich, wenn die Nachfrage unsicher ist oder das Buch dauerhaft lieferbar bleiben soll, ohne Kartons im Keller. Ein Auflagendruck lohnt sich, wenn Sie Bücher selbst verkaufen, etwa bei Lesungen, oder besondere Ausstattung wünschen. Wie sich Kosten mit der Auflage verändern, erklärt der Beitrag „Auflage und Kosten“. Welcher Weg günstiger ist, lässt sich nur mit konkreten Angeboten vergleichen.