Broschüren
Mehrseitige Drucksachen mit Rückstichheftung, Klebebindung, Spiralbindung oder Fadenheftung — für Kataloge, Programme und Image-Material.
Mehr →Schriftgröße, Kontrast, Papier und verständliche Sprache: Mit welchen Mitteln Broschüren, Flyer und Formulare für Menschen mit Seh- oder Leseeinschränkungen besser zugänglich werden.
Viele Menschen haben Schwierigkeiten mit klein gedruckten, kontrastarmen oder kompliziert formulierten Texten — ältere Menschen, Menschen mit Sehbehinderung oder Farbsehschwäche, mit Lernschwierigkeiten oder mit geringen Deutschkenntnissen. Barrierearme Gestaltung hilft ihnen, macht Drucksachen aber auch für alle anderen angenehmer zu lesen. Vollständige Barrierefreiheit für jede Einschränkung erreicht eine einzelne Drucksache selten; deshalb ist oft von „barrierearm“ die Rede.
Die allgemeinen Regeln zu Schriftgrad, Zeilenabstand und Zeilenlänge finden Sie in den Typografie-Grundlagen. Barrierearme Gestaltung setzt diese Werte eher großzügiger an.
Glänzende Papiere und Folien können spiegeln und so das Lesen erschweren. Matte oder ungestrichene Papiere sind die bessere Wahl. Das Papier sollte so stark sein, dass die Rückseite nicht durchscheint. Bei Broschüren erleichtert eine Bindung, die flach aufliegt, das Lesen — etwa Wire-O oder eine gut aufschlagende Klebebindung. Formulare brauchen ausreichend große Felder zum Ausfüllen von Hand.
Barrieren entstehen nicht nur durch Gestaltung, sondern auch durch Sprache. Zwei Ansätze werden häufig unterschieden: Einfache Sprache ist eine allgemein verständliche Sprache mit kurzen Sätzen, gebräuchlichen Wörtern und klarer Struktur. Leichte Sprache folgt festen Regeln und richtet sich vor allem an Menschen mit Lernschwierigkeiten: sehr kurze Sätze mit meist nur einer Aussage, bekannte Wörter, Erklärungen schwieriger Begriffe, oft Trennungen langer Wörter durch Bindestrich oder Mediopunkt und unterstützende Bilder. Texte in Leichter Sprache werden häufig von Fachleuten übersetzt und von Menschen aus der Zielgruppe geprüft.
Für blinde Menschen gibt es die Brailleschrift, eine Punktschrift, deren Zeichen aus bis zu sechs erhabenen Punkten bestehen. Sie begegnet vielen Menschen etwa auf Arzneimittelverpackungen. Brailleschrift kann in Papier oder Karton geprägt oder mit erhabenen Lacken aufgebracht werden, zum Beispiel im Siebdruck. Damit sie lesbar ist, müssen Punktgröße, Punktabstand und Punkthöhe stimmen — das ist Aufgabe spezialisierter Anbieter oder Druckereien mit Erfahrung. Für ausführliche Informationen setzen viele Organisationen statt Braille-Drucksachen auf digitale, barrierefreie Dokumente oder Audio-Angebote.
Wird eine Drucksache zusätzlich als PDF im Internet angeboten, sollte auch die digitale Fassung zugänglich sein, etwa mit Textebene, Lesereihenfolge, Überschriftenstruktur und Alternativtexten für Bilder, damit Screenreader sie vorlesen können. Die Druck-PDF ist dafür in der Regel nicht geeignet; planen Sie die digitale Fassung von Anfang an mit ein. Ein Hinweis in der gedruckten Fassung auf alternative Formate — etwa Großdruck, Leichte Sprache oder Audio — hilft Menschen, die das Druckstück nicht nutzen können.