Die Presse, mit der Gutenberg um 1450 in Mainz arbeitete, war eine Holzkonstruktion mit Schraubspindel. Mit einer Hebelstange, dem Bengel, drehte der Drucker die Spindel und presste so den Tiegel auf den Bogen, der auf der eingefärbten Satzform lag. Die Form lag auf einem Karren, der unter den Tiegel gefahren wurde. Eingefärbt wurde mit Druckerballen. Im Kern blieb dieses Prinzip über rund dreieinhalb Jahrhunderte unverändert.
Um 1800 kamen eiserne Handpressen auf, als eine der ersten die nach dem englischen Earl of Stanhope benannte Stanhope-Presse. Eisen erlaubte größere Tiegel und höheren Druck; spätere Modelle wie die Columbia-Presse (mit Hebelsystem) oder die Albion-Presse (mit Kniehebel) kamen ganz ohne Spindel aus. Im Lauf des 19. Jahrhunderts übernahmen Schnellpressen die Auflagenproduktion.
Handpressen werden heute noch in Werkstätten, Museen und Kunsthochschulen für Letterpress, Holz- und Linolschnitte sowie Handabzüge genutzt.