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Roll-ups und Displays: Systeme, Gestaltung und Transport

Roll-up, Faltdisplay oder Messewand: welche Systeme es gibt, wie Sie Inhalte in Sichthöhe platzieren, worauf es beim Transport ankommt und was beim Brandschutz zu beachten ist.

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Auf Messen, Kongressen, Infoständen oder im Eingangsbereich eines Geschäfts sollen Displays auf Distanz auffallen und in Sekunden zeigen, wer hier steht. Die Systeme reichen vom einzelnen Roll-up, das in wenigen Minuten steht, bis zur großen Messewand. Welches passt, hängt von Standgröße, Budget, Einsatzhäufigkeit und davon ab, wie viel Sie selbst transportieren und aufbauen möchten.

Die gängigen Systeme

Roll-up

Beim Roll-up ist die bedruckte Bahn in einer Kassette im Standfuß aufgerollt. Zum Aufbau wird sie nach oben gezogen und an einer Stange eingehängt. Üblich sind Breiten zwischen etwa 80 und 150 cm bei einer Höhe von rund zwei Metern; es gibt aber auch schmalere, breitere und höhenverstellbare Modelle. Roll-ups sind schnell aufgebaut, leicht zu transportieren und eignen sich für wechselnde Einsatzorte. Die Druckbahn besteht häufig aus einer Kunststofffolie oder einem Polyestermaterial; eine lichtundurchlässige Rückseite verhindert, dass Licht von hinten durchscheint.

Faltdisplay und Pop-up-Wand

Faltdisplays bestehen aus einem Scherengestänge, das sich wie ein Gitter auseinanderziehen lässt. Darauf werden entweder einzelne bedruckte Paneele mit Magnetschienen befestigt oder ein durchgehender Stoffbezug gespannt. So entstehen gerade oder gebogene Rückwände, die deutlich größer sind als ein Roll-up. Faltdisplays sind aufwendiger im Aufbau, wirken aber geschlossener und eignen sich als Standrückwand.

Messewand und Rahmensysteme

Bei Rahmensystemen wird ein bedruckter Stoff mit eingenähtem Keder in die Nut eines Aluminiumrahmens gedrückt und dadurch faltenfrei gespannt. Die Rahmen lassen sich zu Wänden, Theken oder ganzen Standaufbauten kombinieren. Textile Drucke sind knitterarm, lassen sich zusammenlegen und teilweise waschen. Für häufige Messeauftritte mit wechselnden Motiven ist das oft wirtschaftlich, weil nur der Stoff neu gedruckt werden muss.

SystemAufbauTypischer Einsatz
Roll-upsehr schnell, eine PersonInfostand, Empfang, Vortrag, Ergänzung am Messestand
Faltdisplaymittel, meist eine bis zwei PersonenRückwand kleiner und mittlerer Messestände
Rahmensystem mit Textilaufwendiger, je nach Größe mehrere Personenwiederkehrende Messeauftritte, Showrooms

Gestaltung: auf Sichthöhe denken

Ein Display wird anders betrachtet als ein Plakat an der Wand: Die Menschen gehen daran vorbei, oft stehen Personen oder ein Tisch davor. Das beeinflusst, wo welche Information stehen sollte.

  • Oberer Bereich: Logo und Kernbotschaft gehören ungefähr auf Augenhöhe und darüber, damit sie auch über Köpfe hinweg sichtbar sind.
  • Mittlerer Bereich: wenige, kurze Aussagen oder ein starkes Bild — kein Fließtext. Ein Roll-up ist keine Broschüre.
  • Unterer Bereich: Wird häufig von Personen, Tischen oder Prospektständern verdeckt; hier höchstens ergänzende Informationen wie Website oder Standnummer.
  • Schriftgrößen großzügig wählen: Was aus mehreren Metern gelesen werden soll, muss entsprechend groß sein. Die Regeln aus der Plakatgestaltung gelten sinngemäß.
  • Hoher Kontrast und klare Flächen helfen bei der Fernwirkung, besonders unter Hallenbeleuchtung.
  • Bei nebeneinanderstehenden Roll-ups oder Faltdisplay-Paneelen: Texte nicht über die Stoßkanten laufen lassen.

Technisch sind die Vorgaben der Druckerei entscheidend. Bei Roll-ups verschwindet unten ein Teil der Bahn in der Kassette, bei Faltdisplays laufen die Seitenpaneele um das Gestell herum. Die Vorlagen zeigen, welche Bereiche sichtbar bleiben. Wegen des großen Betrachtungsabstands genügt meist eine geringere Auflösung als bei Drucksachen, die aus der Nähe gelesen werden; Details dazu stehen im Beitrag zu den Druckdaten.

Transport und Lagerung

  • Roll-ups werden meist in einer Tragetasche geliefert. Fragen Sie nach dem Gewicht, wenn Sie mit Bahn oder Flugzeug reisen.
  • Faltdisplays werden oft in einem Rollkoffer transportiert, der sich bei manchen Systemen mit einer Bedruckung zur Theke umbauen lässt.
  • Textilbezüge lassen sich zusammenlegen und platzsparend lagern; Knicke glätten sich nach dem Spannen meist.
  • Folienbahnen und Paneele nicht knicken und trocken lagern. Ein Roll-up sollte vor dem Einrollen sauber sein, damit sich kein Schmutz in die Bahn drückt.
  • Kassetten und Mechaniken nutzen sich ab: Bei häufigem Einsatz lohnen sich robustere Systeme, bei denen sich die Druckbahn austauschen lässt.

Brandschutz

Auf Messen und in Versammlungsstätten verlangen Veranstalter häufig, dass Dekorations- und Werbematerialien schwer entflammbar sind. In Deutschland wird dafür traditionell die Baustoffklasse B1 nach DIN 4102 genannt, daneben die europäische Klassifizierung nach DIN EN 13501-1. Viele Druckbahnen und Messetextilien sind mit einem entsprechenden Nachweis erhältlich. Maßgeblich sind die technischen Richtlinien des jeweiligen Veranstalters: Lesen Sie diese vor der Bestellung, fragen Sie die Druckerei nach dem passenden Material und nehmen Sie das Zertifikat zur Veranstaltung mit, falls es verlangt wird.