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QR-Codes im Druck: Größe, Ruhezone, Kontrast und Test

Damit ein QR-Code auf Flyer, Plakat oder Verpackung zuverlässig funktioniert, kommt es auf Größe, Ruhezone, Kontrast und Datenmenge an. Dazu: statische oder dynamische Codes — und warum Testen Pflicht ist.

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QR-Codes verbinden Drucksachen mit digitalen Inhalten: Ein Scan mit der Smartphone-Kamera führt zur Website, zum Anmeldeformular, zur Speisekarte oder zu einer Kontaktkarte. Das funktioniert allerdings nur, wenn der Code im Druck sauber lesbar ist. Ein Code, der nicht scannt, ist schlimmer als gar keiner — er verärgert genau die Menschen, die sich für Ihr Angebot interessieren.

Wie ein QR-Code aufgebaut ist

Ein QR-Code besteht aus einem Raster kleiner Quadrate, den Modulen. Drei große Positionsmarken in den Ecken helfen der Kamera, den Code zu finden und auszurichten. Je mehr Daten ein Code enthält, desto mehr Module braucht er — bei gleicher Druckgröße werden die einzelnen Module also kleiner und schwerer zu erkennen. Eine eingebaute Fehlerkorrektur sorgt dafür, dass ein Code auch dann noch lesbar ist, wenn ein Teil beschädigt oder verdeckt ist. Sie wird in vier Stufen (L, M, Q, H) festgelegt; höhere Stufen sind robuster, machen den Code aber dichter.

Mindestgröße

Eine feste Mindestgröße gibt es nicht, weil sie von Datenmenge und Leseabstand abhängt. Als Faustregeln haben sich bewährt:

  • Für Drucksachen, die in der Hand gehalten werden, etwa Flyer oder Visitenkarten, wird häufig eine Kantenlänge von mindestens etwa 2 cm empfohlen.
  • Für größere Leseabstände gilt grob: Die Kantenlänge sollte etwa ein Zehntel des Abstands betragen, aus dem gescannt wird. Ein Plakat, das aus zwei Metern gescannt werden soll, braucht also einen Code von rund 20 cm.
  • Je mehr Daten, desto größer: Eine lange Adresse mit vielen Parametern erzeugt einen dichten Code. Kurze URLs halten den Code einfach und robust.

Ruhezone

Um den Code herum muss ein freier, heller Rand bleiben, die Ruhezone. Die Norm für QR-Codes sieht dafür eine Breite von vier Modulen vor. Ragen Text, Bildkanten oder farbige Flächen in diesen Bereich, kann die Kamera den Code nicht sicher vom Hintergrund trennen. Viele Generatoren fügen die Ruhezone automatisch als weißen Rand hinzu; beim Freistellen oder Beschneiden der Grafik wird sie leicht versehentlich entfernt.

Kontrast und Farbe

  • Dunkle Module auf hellem Grund: Schwarz auf Weiß ist am sichersten. Farbige Codes funktionieren, wenn der Helligkeitsunterschied groß genug ist.
  • Invertierte Codes (hell auf dunkel) werden nicht von allen Scannern gelesen — im Zweifel vermeiden.
  • Keine Verläufe, Muster oder Fotos hinter dem Code.
  • Schwarz im Code am besten als reines Schwarz anlegen, nicht aus vier Farben gemischt: Kleine Passerungenauigkeiten im Druck können sonst die Kanten der Module unscharf machen.
  • Glänzende Folien oder Lacke können spiegeln. Auf Verpackungen und veredelten Oberflächen ist ein Test unter realen Lichtbedingungen besonders wichtig.
  • Logos in der Mitte sind möglich, weil die Fehlerkorrektur fehlende Bereiche ausgleicht — sie verringern aber die Reserve. Dann eine höhere Korrekturstufe wählen und ausgiebig testen.

Legen Sie den Code als Vektorgrafik an (zum Beispiel als SVG, EPS oder PDF). So bleiben die Kanten auch bei Skalierung scharf. Pixelbilder mit geringer Auflösung oder nachträglich weichgezeichnete Codes sind eine häufige Fehlerquelle.

Statische oder dynamische Codes?

Statischer CodeDynamischer Code
InhaltDie Zieladresse steht direkt im CodeDer Code enthält eine Weiterleitungsadresse eines Dienstes
Ziel ändernnicht möglich — neuer Druck nötigjederzeit im Dienst änderbar
Abhängigkeitkeine; funktioniert, solange die Zielseite existiertfunktioniert nur, solange der Dienst und Ihr Konto bestehen
Auswertungnur über die eigene WebsiteScans lassen sich meist beim Dienst auswerten

Statische Codes sind einfach und unabhängig. Wenn die Zieladresse dauerhaft stabil ist, etwa die Startseite Ihrer eigenen Domain, sind sie meist die bessere Wahl. Eine Alternative zu fremden Diensten ist eine eigene Weiterleitungsseite auf Ihrer Domain: Dann lässt sich das Ziel ändern, ohne von einem Anbieter abhängig zu sein. Dynamische Codes lohnen sich bei langen Laufzeiten mit wechselnden Inhalten — prüfen Sie aber die Vertragsbedingungen, denn läuft ein Abo aus, können gedruckte Codes ins Leere führen.

Platzierung und Test

  • Nicht über Falze, Bindungen oder gewölbte Flächen legen; auf Tassen oder Flaschen nur klein genug, dass die Rundung den Code nicht verzerrt.
  • Einen kurzen Hinweis dazuschreiben, was der Scan bringt, etwa „Programm ansehen“ oder „Jetzt anmelden“.
  • Die Adresse zusätzlich als Text angeben, damit auch Menschen ohne Scanner ans Ziel kommen.
  • Zielseite für Smartphones optimieren — wer scannt, sitzt fast immer vor einem kleinen Bildschirm.
  • Vor der Freigabe testen: Code in Originalgröße ausdrucken und mit mehreren Geräten und Kamera-Apps scannen, bei unterschiedlichem Licht und aus dem geplanten Abstand. Prüfen Sie, ob wirklich die richtige Seite erscheint.
  • Nach dem Druck ein Exemplar aus der Auflage erneut testen.