Verfahren

Falzarten im Überblick: Wickelfalz, Leporello, Kreuzbruch & Co.

Welche Falzarten es gibt, wie viele Seiten dabei entstehen und worauf Sie beim Layout achten müssen — von eingekürzten Innenseiten bis zum Rillen dicker Papiere.

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Falzen heißt, einen Bogen Papier an einer geraden Linie umzulegen. Die Linie selbst nennt man Bruch. Falzprodukte wie Flyer, Folder, Einladungen oder Speisekarten bestehen aus einem einzigen Blatt, das durch einen oder mehrere Brüche in Felder aufgeteilt wird. Wie diese Brüche liegen, bestimmt, wie sich das Produkt öffnet und in welcher Reihenfolge der Leser die Inhalte sieht. Beim Seitenzählen gilt: Jede Seite eines Feldes zählt als eine Seite, ein einmal gefalztes Blatt hat also vier Seiten.

Die wichtigsten Falzarten

FalzartBrücheSeitenTypische Verwendung
Einbruchfalz14Grußkarten, Einladungen, Programmhefte
Wickelfalz26klassischer DIN-lang-Flyer
Zickzackfalz (Leporello)2 oder mehr6 und mehrFlyer, Fahrpläne, Faltpläne
Fensterfalz26Einladungen, Imageflyer
Altarfalz38Präsentationsmappen, aufwendige Mailings
Kreuzbruch2 oder mehr8 und mehrStadtpläne, Druckbögen für Broschüren
Doppelparallelfalz28mehrseitige Folder

Einbruchfalz

Die einfachste Falzart: Ein Bruch in der Mitte teilt das Blatt in zwei gleich große Hälften. Aus einem A4-Bogen wird so ein A5-Folder mit vier Seiten.

Wickelfalz

Beim Wickelfalz werden zwei Felder nacheinander in dieselbe Richtung nach innen gewickelt. Aus einem A4-Blatt entsteht so der typische Flyer im Format DIN lang (ca. 99 × 210 mm) mit sechs Seiten. Wichtig für das Layout: Das Feld, das innen eingeschlagen wird, muss etwas schmaler sein als die anderen, sonst staucht es sich am Bruch und der Flyer schließt nicht sauber. Üblich ist eine Einkürzung um etwa 2 bis 3 mm. Ein A4-Wickelfalz wird deshalb häufig in Felder von 100, 100 und 97 mm aufgeteilt. Die genauen Maße unterscheiden sich zwischen Druckereien — verwenden Sie am besten deren Vorlage.

Zickzackfalz oder Leporello

Beim Zickzackfalz werden die Brüche abwechselnd in entgegengesetzte Richtungen gefalzt, das Blatt legt sich wie eine Ziehharmonika zusammen. Alle Felder können gleich breit sein. Mit zwei Brüchen entstehen sechs Seiten, mit weiteren Brüchen lassen sich lange Leporellos herstellen, die sich ausgeklappt wie ein Panorama lesen lassen.

Fensterfalz und Altarfalz

Beim Fensterfalz werden die beiden äußeren Felder zur Mitte hin eingeschlagen, sodass sie sich wie Fensterläden öffnen. Die Außenfelder sind jeweils halb so breit wie das Mittelfeld und in der Regel minimal eingekürzt, damit sie sich in der Mitte nicht berühren. Wird dieses Produkt zusätzlich in der Mitte gefalzt, spricht man vom Altarfalz, teils auch geschlossenem Fensterfalz oder Doppelfensterfalz: Es entstehen acht Seiten. Die Bezeichnungen werden nicht überall einheitlich verwendet; im Zweifel hilft eine Skizze oder die Vorlage der Druckerei.

Parallelfalz und Kreuzbruch

Parallelfalz ist der Oberbegriff für alle Falzungen, bei denen die Brüche parallel zueinander liegen — also auch Wickel-, Zickzack- und Fensterfalz. Ein Sonderfall ist der Doppelparallelfalz: Das Blatt wird in der Mitte gefalzt und danach noch einmal parallel dazu in der Mitte, es entstehen acht Seiten.

Beim Kreuzbruch liegen die Brüche dagegen im rechten Winkel zueinander. Nach dem ersten Bruch wird das Blatt um 90 Grad gedreht und erneut gefalzt. Zwei Kreuzbrüche ergeben acht Seiten, drei ergeben sechzehn. So werden nicht nur Stadtpläne gefalzt, sondern auch die großen Druckbögen, aus denen Broschüren und Bücher entstehen — die gefalzten Bögen werden anschließend zusammengetragen, gebunden und beschnitten.

Rillen bei dickem Papier

Dünnes Papier lässt sich ohne Weiteres falzen. Bei stärkeren Papieren und Karton brechen die Fasern am Bruch jedoch auf: Die Kante wird unsauber, und bei dunklen Farbflächen platzt die Farbe entlang des Bruchs sichtbar auf. Deshalb werden solche Papiere vor dem Falzen gerillt. Dabei drückt ein Werkzeug eine Vertiefung in das Papier, an der es sich anschließend sauber umlegen lässt. Ab welcher Grammatur gerillt wird, hängt von Papiersorte und Laufrichtung ab — häufig ist das ab etwa 150 bis 170 g/m² der Fall. Viele Online-Druckereien rillen bei entsprechenden Papieren automatisch.

Tipps fürs Layout

  • Überlegen Sie vorab, welches Feld der Leser zuerst sieht: Beim Wickelfalz ist das die Titelseite außen rechts, danach das eingeschlagene Feld innen.
  • Legen Sie Texte und Logos nicht direkt auf den Bruch, sondern halten Sie wie am Rand einen Sicherheitsabstand ein.
  • Nutzen Sie die Vorlagen der Druckerei: Sie enthalten die genauen Feldbreiten, Falzlinien und den Anschnitt.
  • Drucken Sie einen Probeausdruck am eigenen Drucker aus und falten Sie ihn — so fallen vertauschte oder kopfstehende Seiten sofort auf.