Glossar

Setzkasten.

Auch: Schriftkasten

Flacher Holzkasten mit vielen unterschiedlich großen Fächern, in dem die Lettern einer Schrift in einem bestimmten Schriftgrad und Schnitt für den Handsatz aufbewahrt werden. Häufig benötigte Buchstaben liegen in größeren, gut erreichbaren Fächern.


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Erklärung

Im Handsatz stand der Setzkasten schräg auf einem Regal vor dem Setzer. Die Aufteilung der Fächer folgte nicht dem Alphabet, sondern der Häufigkeit der Buchstaben in der jeweiligen Sprache: Oft gebrauchte Zeichen wie „e“ oder „n“ lagen in großen Fächern nahe der Mitte, seltene Zeichen am Rand. Ein geübter Setzer griff die Lettern daher nahezu blind.

Für jede Schrift, jeden Schnitt und jeden Schriftgrad war ein eigener Kasten nötig. Neben den Buchstaben enthielt er Ziffern, Satzzeichen, Ligaturen und das Blindmaterial für die Wortzwischenräume. Die englischen Begriffe „upper case“ und „lower case“ für Groß- und Kleinbuchstaben gehen auf die Anordnung in zwei übereinanderliegenden Kästen zurück, wie sie im englischsprachigen Raum üblich war.

Aus dem Kasten wurden die Lettern in den Winkelhaken gesetzt und nach dem Druck wieder Fach für Fach „abgelegt“. Ausgediente Setzkästen sind heute beliebte Sammlerstücke und Wandregale.


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Siehe auch

Winkelhaken
Handwerkzeug des Schriftsetzers: eine meist metallene Leiste mit verstellbarem Anschlag, in der die Lettern Zeile für Zeile zusammengesetzt werden. Der Anschlag wird auf die gewünschte Zeilenbreite eingestellt; mit Blindmaterial wird jede Zeile auf genau diese Breite gebracht; das nennt man Ausschließen.
Letter
Eine Letter ist ein einzelner Buchstabe oder ein Zeichen als Druckform im Hochdruck, meist aus einer Bleilegierung gegossen, bei großen Schriften auch aus Holz. Das Schriftbild steht seitenverkehrt und erhaben auf einem Körper einheitlicher Höhe, sodass sich Lettern beliebig zu Zeilen und Seiten zusammensetzen lassen.
Bleisatz
Bleisatz ist das Setzen von Texten mit gegossenen Metalllettern aus einer Legierung auf Bleibasis. Neben dem Handsatz setzten sich ab dem späten 19. Jahrhundert Setzmaschinen wie die Linotype (Zeilenguss) und die Monotype (Einzelbuchstabenguss) durch; im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde der Bleisatz vom Foto- und Digitalsatz abgelöst.
Blindmaterial
Sammelbegriff für die nicht druckenden Teile im Bleisatz. Sie sind niedriger als die Lettern und füllen Wortzwischenräume (Spatien, Gevierte, Quadraten), Zeilenabstände (Regletten, Durchschuss) und größere Freiflächen (Stege) aus.
Schriftsetzer
Handwerksberuf, der Texte für den Druck aus Lettern zusammensetzte (Handsatz) oder an Setzmaschinen erfasste (Maschinensatz) und die Druckform gestaltete. Mit Fotosatz und Desktop-Publishing wandelte sich der Beruf grundlegend; in Deutschland ging er Ende der 1990er-Jahre in der Ausbildung zum Mediengestalter auf.


Stand: