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Welches Papier für die Dissertation?

Holzfrei oder Naturpapier, 80 oder 90 g/m², Hardcover oder Softcover — die wichtigsten Entscheidungen für den Dissertationsdruck, knapp erklärt.

6 min Lesezeit

Beim Druck der Dissertation dreht sich vieles um die Bindung — und vergisst die Papierfrage. Dabei beeinflusst Papier die Lesbarkeit, das Gewicht und die Anmutung der fertigen Arbeit mindestens so stark wie der Einband.

Was die Promotionsordnung verlangt

Erste Pflicht: in die Promotionsordnung der eigenen Fakultät schauen. Manche Fakultäten schreiben bestimmte Materialien vor (z. B. säurefreies, alterungsbeständiges Papier nach DIN ISO 9706), andere überlassen die Wahl. Bibliotheken-Pflichtexemplare unterliegen oft strengeren Vorgaben als die persönlichen Exemplare.

Holzfrei oder Naturpapier?

Zwei Hauptfamilien dominieren den Dissertationsdruck: holzfreies (gestrichenes oder ungestrichenes) Werkdruckpapier und Naturpapier. Holzfreies Papier ist heller, etwas glatter und sehr weiß — moderne, technische Anmutung. Naturpapier ist warm, leicht cremefarben, ungestrichen, hat mehr Textur — wirkt klassischer, ist gut bei geisteswissenschaftlichen Arbeiten.

Welche Grammatur?

80 oder 90 g/m² ist Standard. Bei dicken Arbeiten (300+ Seiten) lohnt sich ein Wechsel auf 70–80 g/m², um das Gesamtgewicht zu reduzieren. Achtung: unter 70 g/m² beginnt Durchscheinen ein Problem zu werden — der Druck der Rückseite stört beim Lesen.

Hardcover oder Softcover?

Bibliotheken-Pflichtexemplare verlangen meistens Hardcover. Persönliche Arbeitsexemplare und Gutachter-Exemplare können auch Softcover (Klebebindung) oder Spiralbindung sein. Hardcover mit Buchbinderleinen oder beschichtetem Glanzpapier wirkt klassisch akademisch; Heißfolienprägung in Gold oder Silber des Titels ist üblich und meist günstig zu haben.

Wieviele Exemplare brauche ich?

Üblich sind 6–8 Pflichtexemplare für die Bibliothek, plus 2–4 Exemplare für Gutachter und 1–3 persönliche Exemplare. Genau ist das in der Promotionsordnung geregelt. Insgesamt landet man oft bei 10–15 Exemplaren — günstig im Digitaldruck.

Säurefreies Papier — was bedeutet das?
Papier nach DIN ISO 9706 ist alterungsbeständig — es vergilbt nicht und zerfällt nicht über Jahrzehnte. Die meisten holzfreien Werkdruckpapiere erfüllen diese Norm; explizit darauf zu achten lohnt sich, wenn die Arbeit langfristig in der Bibliothek bleibt.
Wie schnell ist Druck und Bindung?
Klebebindung typisch 2–4 Werktage. Hardcover mit Heißfolie 5–10 Werktage. In der heißen Phase vor der Disputation lohnt sich frühzeitige Beauftragung — viele Druckereien bieten Express-Optionen, aber die werden teurer.
Welche Schriftgröße passt zur Dissertation?
Standard ist 11–12 pt mit Zeilenabstand 1,5. In den Geisteswissenschaften gerne Garamond oder Minion (klassische Serifenschriften), in den Naturwissenschaften oft Times New Roman oder Arial. Was die Promotionsordnung explizit vorgibt — gilt.