Glossar

Faltschachtel.

Auch: Faltschachteln

Eine Faltschachtel ist eine Verpackung aus einem einzigen gestanzten und gerillten Kartonzuschnitt, die flach geliefert und erst beim Befüllen aufgerichtet wird. Verbreitete Bauarten sind die Steckschachtel mit Einstecklaschen und die Schachtel mit Automatikboden.


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Erklärung

Faltschachteln werden aus Faltschachtelkarton hergestellt, meist mit einer gestrichenen, gut bedruckbaren Oberseite. Nach dem Druck wird der Bogen gestanzt und gerillt; bei vielen Bauarten wird anschließend die Klebelasche maschinell verklebt.

  • Steckschachtel: Deckel und Boden werden mit Einstecklaschen verschlossen – einfach und weit verbreitet.
  • Automatikboden: Der vorgeklebte Boden springt beim Aufrichten in Position und trägt auch schwerere Inhalte.
  • Mit Sichtfenster: Ein ausgestanztes Fenster, häufig mit eingeklebter Folie, zeigt den Inhalt.

Zweiteilige Schachteln mit Unterteil und übergestülptem Deckel heißen Stülpdeckelschachteln; sie wirken hochwertig, sind aber aufwendiger herzustellen. Standardkonstruktionen von Faltschachteln sind im ECMA-Code katalogisiert. Vor der Auflage lohnt ein Muster oder Dummy, um Passform und Motivlage zu prüfen.


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Siehe auch

Stanzkontur
Die Stanzkontur ist eine Vektorlinie in den Druckdaten, die angibt, wo geschnitten, gestanzt, gerillt oder geklebt wird. Sie dient nur als Steuerinformation und wird selbst nicht mitgedruckt.
Stanzform
Eine Stanzform ist das Werkzeug, mit dem Formen aus Papier, Karton oder Folie ausgestanzt werden. Für Flachbettstanzen besteht sie meist aus einer Holzplatte mit eingesetzten Bandstahlmessern für Schnitt- und Rilllinien; bei Rollenetiketten kommen häufig rotative Stanzwerkzeuge zum Einsatz. Die Form wird für ein Motiv eigens angefertigt und kann bei Nachauflagen wiederverwendet werden, sofern sie aufbewahrt wird.
ECMA-Code
Der ECMA-Code ist ein Katalog standardisierter Faltschachtel-Konstruktionen, herausgegeben von der European Carton Makers Association (ECMA). Jede Bauart hat eine eigene Kennung aus Buchstaben und Ziffern, sodass sich Auftraggeber und Hersteller eindeutig auf eine Konstruktion beziehen können; viele Druckereien verwenden daneben eigene Bezeichnungen. Für Verpackungen aus Wellpappe gibt es mit dem FEFCO-Code einen vergleichbaren Katalog.
Dummy
Ein Dummy ist ein Muster eines Druckprodukts, das vor der Auflage zeigt, wie das fertige Stück in Format, Umfang, Haptik oder Konstruktion ausfällt. Ein unbedrucktes Leermuster (Blindmuster) prüft vor allem Papier, Stärke und Passform, ein bedruckter Dummy zusätzlich die Lage der Motive.
Rillen
Einprägen einer linienförmigen Vertiefung in Papier oder Karton, damit sich das Material an dieser Stelle sauber falzen lässt. Ohne Rillung kann bei dickeren Papieren die Oberfläche und der Farbauftrag am Falz aufbrechen.
Karton
Festerer, steiferer Bedruckstoff zwischen Papier und Pappe. Die Grenzen sind fließend und werden nicht einheitlich gezogen; als grobe Orientierung spricht man ab etwa 150 g/m² von Karton und ab etwa 600 g/m² von Pappe.
Laufrichtung
Die Richtung, in der sich die Fasern eines maschinell hergestellten Papiers überwiegend ausrichten – entsprechend der Laufrichtung des Papiers in der Papiermaschine. Sie beeinflusst Falzverhalten, Steifigkeit und das Verhalten des Papiers bei Feuchtigkeit.



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